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Sonntag, 28. November 2010

Oh wie ist das schön!

Hallo und einen wunderschönen ersten Advent!
Schnee liegt, die Sonne scheint und irgendwie freue ich mich wirklich schon auf Weihnachten. Das Haus wird geschmückt, Geschenke werden gekauft und prinzipiell hat das nichts mit dem Thema, um das es sich heute dreht, zu tun.

Denn heute dreht es sich um Fußball.
Ich bin in letzter Zeit häufig gefragt worden, warum ich denn Fußballfan bin - so als Mädchen. Warum ich mir lieber ein Trikot als Schmuck zu Weihnachten wünsche und warum ich mein Taschengeld lieber für eine Dauerkarte als für einen Shoppingtripp ausgebe (nicht, dass ihr das falsch versteht. Ich mag Schmuck, Klamotten und Mädchenkram).

Ich habe mir also gedacht, dass ich darüber blogge und meine Meinung über Fußball in die weite Welt hinaustrage ;P

Fangen wir also mit den Basics an.

Für Fußball habe ich mich das erste Mal während der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkoreo interessiert (damals war ich acht Jahre alt und wollte Ballett tanzen ...). Da unsere werte Nationalmannschaft es allerdings nicht für nötig hielt, Weltmeister zu werden, habe ich mir die Europameisterschaft 2004 in Portugal nur in Form des Finales zwischen Gastgeber Portugal (daher stammt meine Euphorie für dieses Land) und Griechenland angesehen. Und da fing es an.
Ich - mittlerweile bereits zehn Jahre alt - fand einen weinenden Jungen nach der Niederlage im Finale irgendwie niedlich. So ... knuffig. Besagter "Junge" stellte sich zwei Jahre später als Cristiano Ronaldo heraus ^^°.

Besagte zwei Jahre später fand nämlich die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland statt. Da ich in der Pfalz wohne hatte ich praktisch "direkten" Zugang zur WM in Form der WM-Stadt Kaiserslautern. Ich war begeistert von der tollen Atmosphäre, die im ganzen Land herrschte, von den Fanmeilen, vom Publik Viewing, von unserer Nationalmannschaft und nicht zuletzt von Cristiano Ronaldo ;P

Danach fand ich die Bundesliga mehr oder weniger uninteressant, da mich (noch!) kein Verein fasziniert hat und da CR in England bei Manchester United spielte. So hab ich mich kurzerhand entschlossen Manchester United gut zu finden. Hat auch geklappt, denn CR spielte gut und hat mich verzückt. Männliche Fußballfans werden jetzt sagen: "Ist doch klar, die steht auf den Kerl!" aber da muss ich leider teilweise widersprechen. Natürlich gefällt mir Cristiano Ronaldo äußerlich. Aber ich finde auch seine fußballerischen Fähigkeiten bewundernswert. Ich finde beispielsweise auch, dass Franck Ribéry oder Lionel Messi grandiose Fußballer sind und finde sie trotzdem nicht anziehend. Das Argument zieht also nicht wirklich ;)
Wie auch immer ... Ich begeisterte mich also zunehmend für Manchester United und die Premiere League.



Dann allerdings kam das die Saison 2007/2008. Und diese Saison änderte so ziemlich alles.











Ich weiß gar nicht genau wie, aber ich entdeckte die Bundesliga für mich. Allen voran entdeckte ich den FC Bayern München und verliebte mich unsterblich in die Stadt an der Isar.
Warum? Keine Ahnung. Wahrscheinlich, weil sie zu dieser Zeit unter Ottmar Hitzfeld fantastischen Fußball spielten und Meister wurden. Wer weiß, wenn Schalke Meister geworden wäre, würde ich jetzt vielleicht Königsblau die Daumen drücken (tue ich nicht, auch wenn ich Neuer und Höwedes sehr zugeneigt bin ;P). Es war also mehr oder weniger Zufall, dass ich heute Bayernfan (und nein, ich schäme mich nicht und akzeptiere es, wenn andere der Meinung sind, dass die Bayern scheiße sind) bin.

Bayern wurde also Meister und die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz stand an. Wir wurden Zweiter und irgendwie konnte ich mich mit der Nationalmannschaft einfach nicht anfreunden. Vielleicht, weil sie meine ferne Liebe Portugal (ja ... es lag an Cristiano Ronaldo. Aber dann fand ich ein Bild des Kaders und war hin und weg. Und  ja - hier gilt: Das Mädel steht einfach nur auf die Kerle!) besiegten. Danach kam Jürgen Klinsmann zu den Bayern und ich sah schwarz. Freute mich am Ende der Saison über die Verpflichtung von Louis van Gaal und war das erste Mal auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern trug ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern aus - ja, ich war für Bayern und fand Lautern damals noch ziemlich ätzend (dazu kommen wir aber gleich).

Zudem fing ich ungefähr im Mai 2008 an, selbst Fußball zu spielen. 

Dann begann die Saison 2009/2010 und ich beschäftigte mich immer mehr mit Fußball. Egal ob es um gutaussehende Spieler (ja, ich bin auch nur 'ne Frau) oder gut spielende Spieler ging. Ich verfolgte die Premiere League, die Bundesliga und fand irgendwie auch an der 2.Bundesliga in Form des 1. FC Kaiserslautern gefallen.
Dazu mich ich sagen, dass ich den FC immer ziemlich uninteressant fand. Warum kann ich heute niemandem mehr sagen ;P

Im November 2009 wollte ich unbedingt auf den Betzenberg. Weil sie gegen Arminia Bielefeld spielten und dort Daniel Halfar (der auch schon beim FCK beschäftigt war) spielte und ich diesen Typen vereehre (... ^^°). Auf jeden Fall hatte ich Gänsehaut, als ich das erste Mal auf der Südtribüne (würde ich mich heute nicht mehr hinsetzen ... Stehen ist viel besser!) saß. Nicht wegen der Kälte, sondern wegen der tolles Stimmung im Stadion. Apropos Stadion. Das Fritz-Walter-Stadion hat mich verzaubert und steht vielleicht sogar vor der Allianz Arena (die ich im Sommer 2009 bei einem Freundschaftsturnier zwischen Bayern, ManUtd, dem AC Milan und den Boca Juniors aus Argentienen besucht habe).

Im Laufe der Saison war ich noch öfters auf dem Betze, hauptsächlich, weil ich Tobias Sippel, Ivo Ilicevic und Srdjan Lakic heiß finde - quatsch :) Die Atmosphäre im Stadion war einfach toll und ich stellte fest, dass es so viel besser ist, als Zuhause vorm Fernseher zu sitzen.
Die Bayern beherrschten in der Rückrunde die Liga 1, die Lauterer die 2. Liga und Manchester United machte sich auch ganz gut :)

Und irgendwann war der Zeitpunkt, als ich den Fußball brauchte. Als etwas, an dem ich mich festhalten konnte. Ein Rückhalt. Der funktionierte. Ich weiß nicht genau wie, aber das Training mit meiner Mannschaft, die Spiele und die Freundschaften, die sich dort bildetenen ... Ich muss sagen, dass mir das etxrem viel bedeutet. Natürlich gibt es auch Menschen, die ich lieber nicht kennen gelernt hätte, aber im Großen und Ganzen bin ich sehr froh, dass ich Fußball spiele.
Es hört sich wahrscheinlich ziemlich komisch an, wenn ich sage, dass es mir mehr bringt, als die Schiedsrichterei, die im Moment aus zeitlichen Gründen auf Eis liegt. Klar, als Schiedsrichter lernt man ernorm viel. Jedoch glaube ich, dass ich persönlich als Spielerin mehr lerne. Wahrscheinlich ist das Ganze viel zu subjektiv bewertet, aber der Fußball half mir und hilft mir noch immer.

Klar, wenn die Lieblingsmannschaften versagen ist man ziemlich mies drauf (siehe CL-Finale 2010), aber man überlebt es und freut sich noch mehr, wenn das nächste Spiel besser wird.

Wie dem auch sei. Die WM 2010 in Südafrika kam, ich war von der deutschen Nationalmannschaft begeistert (lag an Spielern UND der Spielweise) und von meinen Portugiesen ein bisschen enttäuscht. Dass Spanien den Titel holte wurmt mich immer noch ein bisschen, aber um sich darüber zu ärgern war die Zeit einfach viel zu schön. Ich hab mir viele Spiele mit Freunden angesehen, wir haben danach gefeiert und ich muss sagen, dass die Stimmung beinahe so toll war, wie 2006.

Dass Bayern Meister wurde und dem FCK, der sich in mein Herz gekämpft hat, der Aufstieg in die 1. Bundesliga gelang, vollendete eine wunderbare Saison.



Im Sommer 2010 habe ich mich dazu entschieden, sowohl bei Bayern als auch beim FCK Mitglied zu werden. Wieso?
Bei Bayern wollte ich das schon wesentlich länger. München ist circa 400 Kilometer entfernt und ich kann die Spiele der Mannschaft nur im Fernsehen verfolgen. Trotzdem fühle ich mich zu dem Verein sehr verbunden. Mir gefällt die Tradition, die Spieler, das ganze Drumherum - natürlich hat der Verein Geld wie Heu und feiert regelmäßig Erfolge. Aber darum geht es gar nicht so richtig. Bayern war (nach Manchester United, die ich immer noch sehr mag, jedoch nicht mehr so sehr verfolge) der erste richtige Verein, der mich begeistert hat. Die Spielweise, die Konzeption ... Ich würde ins kitschige Schwärmen geraten, wenn ich an dieser Stelle weiter schreiben würde. Machen wir es bei den Bayern also kurz: Ich fühle mich mit dem Verein verbunden - auch über die vielen Kilometer hinweg - und wollte dies so für mich selbst verdeutlichen.

Bei Lautern war es anders ... Kaiserslautern ist circa 45 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Der Verein hat auch Tradition und irgendwie etwas total Verrücktes. Ich muss zugeben, die Dauerkarte, die ich mir eigentlich nur aus Interesse an der 1. Liga gekauft habe, hat sich jetzt schon so was von gelohnt und ich liebe die Westkurve über alles. Die Fans sind einfach nur fanatisch, anders kann man es gar nicht bezeichnen. Der Verein bedeutet für mich irgendwie Heimat. Noch mehr als der Vorzeigeclub meiner Heimatstadt. Die Erfahrungen, die ich bis jetzt auf dem Betzenberg machen sollte, sind wunderschön (egal ob Sieg oder Niederlage) und ich will sie auch nicht mehr missen. Der FCK wäre sogar ein Grund später nicht nach München zu ziehen. Der FCK hat seinen Platz in meinem Herzen und genau deshalb wollte ich dort Mitglied werden.













Jetzt denkt ihr (wenn ihr es überhaupt bis hier her geschafft habt ;P) "ManUtd, Bayern UND der FCK?!" und ich sage: "Ja."
Bei Manchester United ist es einfach die Tatsache, dass das der erste Verein war, mit dem ich mich als aller Erstes beschäftigt habe. Er hat mich sozusagen zum Fußball gebracht. Und deshalb unterstütze ich die Mannschaft auch jetzt - wo Cristiano Ronaldo dort nicht mehr spielt (und nein - ich kann Real Madrid nicht ab!) - noch. Der FC Bayern war plötzlich da, hat mich mit seiner Spielweise in der Saison 2007/2008 verzaubert und wollte seit dem nicht mehr weg. Kaiserslautern hat mich gepackt. Anfangs nur als Mittel zum Zweck (-> hochklassiger Fußball live im Stadion sehen) missbraucht, hab ich eine Affäre begonnen, die ich dem FC Bayern auch gerne gestehe.

Ich bin Fan von zwei Vereinen, vielleicht sogar von drei. Na und? 
Ich bin stolz darauf, ein Teil beider Vereine zu sein. Sowohl Bayern, als auch Lautern. 

Was mir das "Fansein" bringt kann ich nicht beantworten. Es ist ein Gefühl zu einer Gruppe zu gehören. Nicht alleine zu sein. Man kann Freud und Leid teilen, man kann sich austauschen und lernt viele neue Leute kennen.

Egal ob man selbst Fußball spielt oder einfach nur Fan ist - ich denke, dass einem der Fußball enorm viel für sein Leben bringt. Als Hobby, als Basis um neue Leute kennen zu lernen, als Austausch, als was weiß ich was. Ich finde, Fußball ist eine tolle Möglichkeit andere Menschen auch besser zu verstehen. Und nein, ich will jetzt nicht den Moralapostel spielen, das steht mir gar nicht zu, aber ich denke, dass der Fußball in manchen Teilen auch ein Vorbild sein kann. Bei der Integration zum Beispiel. Bei Tabuthemen wie Depression oder Homosexualität eher nicht, aber das ist ein anderes Thema.

Ich bin Fußballfan, weil ich den Sport liebe, die Menschen, die ich dadurch kennen gelernt habe, Liebe und weil solche Erlebnisse wie das fünf zu null des 1. FC Kaiserslautern gestern gegen den FC Schalke 05 einfach schön sind und unvergessen bleiben. Weil solche Dinge das Leben spannender und lebenswerter machen. Weil ich so denke und mir nicht gerne das Gegenteil beweisen lasse.

Und zum Schluss hab ich total viel gequatscht und nix ist bei rumgekommen. Na ja.
Ich hoffe, ihr versteht :)

Kommentare:

  1. Wir kennen uns zwar nicht, aber deine Geschichte wie du zum Fußball kamst, liest sich fast genauso wie meine - mit de Unterschieden, dass sie bei mir etwas später angefangen hat und dass Manchester United immernoch mein Lieblingsverein ist und ich den FC Bayern eher gegen Werder Bremen eintauschen würde ;P

    Der Fußball und das Fan-sein ist einfach was schönes, was ganz Besonderes. Es lässt einen für eine bestimmte Zeit die Probleme vergessen und wenn der Lieblingsverein gewinnt, dieses Gefühl, ist einfach unbeschreiblich schön und zufriedenstellend. Leute, die keine Fußballfans sind können das nur schwer nachvollziehen, aber ich denke, wenn so jemand deinen Text hier gelesen hat, ist er bestimmt in der Lage es besser zu verstehen.

    Liebe Grüße

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  2. @Anonym: Du sagst es :D Fußball ist etwas Besonderes. Etwas ganz Besonderes. Auch wenn es "nur" eine Sportart ist.
    Ich denke, dass es bei Jungs meistens so ist, dass die Väter sie zum Training schicken und sie so mit dem Fußball anfangen. Bei Mädchen ist es oftmals ein Umweg :)
    P.S.: So mies ist Werder ned ;P

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