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Samstag, 17. Juli 2010

Von Akzeptanz und Integration

So ... Nach ein paar stressigen Tagen habe ich heute den Weg zu meinem Blog wiedergefunden. Welch schönes Gefühl!
Und ich möchte über ein eher ernstes Thema philosophieren. Weil es mir wirklich auf den Nerv geht.
Es geht um Fußball. Um unsere Nationalmannschaft. Um die Spieler mit Migrationshintergrund.

Ich habe in letzter Zeit oft von Leuten (zu 90% waren diese über 50 Jahre alt!) gehört, dass unsere deutsche Nationalmannschaft doch gar nicht mehr deutsch sei! Es würden Polen und Bosnier darin spielen und überhaupt - es gäbe ja gar keine guten deutschen Spieler mehr.
Außerdem werden unsere Jungs in den Himmel gehoben, wenn sie gegen England gewinnen, aber sobald sie verlieren, können sie ja gar keinen geraden Pass mehr spielen.

Ich persönlich finde diese Einstellung furchtbar.
Jeder, der in der deutschen Nationalelf spielt, hat einen deutschen Pass, ist deutscher Staatsbürger - für meine Begriffe also Deutscher.
Oder etwa nicht?




Nehmen wir ein paar Beispiele:


1. Miroslav Klose

 
Geboren am 9. Juli 1978 in Oppeln, Polen.
Klose hat seit 2001101 Länderspiele für Deutschland bestritten und dabei 52 Tore erzielt.


2. Lukas Podolski


Geboren am 4. Juni 1985 in Gleiwitz, Polen.
Prinz Poldi hat seit 2004 in 79 A-Länderspielen für Deutschland bereits 40 Tore erzielt.


3. Michael Ballack


Geboren am 26. September 1976 in Görlitz, DDR.
Seit 1999 hat Ballack 98 Länderspiele gemacht und dabei 42 Tore erzielt. Seit 2004 ist er der Capitano.



In der Nationalmannschaft (inklusive erweitertem Kader) gibt es noch mehr Spieler mit ausländischen Wurzeln. Unter anderem Marko Marin (Bosnien), Mesut Özil (Türkei), Jérôme Boateng (Ghana), Dennis Aogo (Nigeria), Serdar Tasci (Türkei), Aaron Hunt (England), Sami Khedira (Tunesien), Piotr Trochowski (Polen), Cacau (Brasilien), Mario Gomez (Spanien), Andreas Beck (ehemalige Sowjetunion),  und eben Miroslav Klose und Lukas Podolski (beide Polen). Dazu kommen zum Beispiel noch René Adler, Clemens Fritz und eben unser Kapitän Michael Ballack, die alle in der DDR - auch nicht die Bundesrepublik Deutschland ! - geboren wurden.


Trotz ihrer Verbundenheit zu anderen Ländern (meist durch einen Elternteil oder den Geburtsort [frühe Auswanderung, meinst mit ein oder zwei Jahren]) spielen alle für Deutschland - fühlen sich also auch deutsch.

Für mich sind es Deutsche, und meiner Meinung nach ist unsere Natio ein tolles Beispiel für gelungene Integration. Menschen verschiedenster Herkunft spielen für ein Land - ihr Land - zusammen. Und das auch noch erfolgreich. Zwar haben wir seit 1996 keinen großen Titel mehr mit der A-Nationalmannschaft gewonnen, aber beispielsweise die U21-Junioren wurden 2009 Europameister. Mit Özil, Marin und Co.


Kurzum: Ich finde, Deutschland ist eben ein Land mit (mittlerweile) verschiedenen Kulturen. Deutschland ist ein Land, das durch viele ausländische Einflüsse verändert wird - zum Guten und zum Schlechten, das ist unvermeidbar.

Ich kann nur die Menschen, die auf diesem speziellen Deutsch sein beharren, nicht verstehen. Gibt es etwa einen riesigen Unterschied zwischen Deutschen und den Bürgern Deutschlands? Ich finde eigentlich nicht. Natürlich gibt es auch Menschen, die nur hier leben und nicht die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Aber ich rede jetzt von den Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Also wie zum Beispiel ein paar Jungs aus unsere Natio. Ich finde es unfair diesen Menschen gegenüber zu sagen, es seien Ausländer. Man sollte nicht verallgemeinern, wie die Türken oder die Russen (funktioniert mir jedem beliebigen Land, das hier sind nur unwillkürliche Beispiele!).
Jede Medaille hat zwei Seiten.




Ich finde es nur einfach schade, dass es Leute gibt, die Menschen, die ein wenig anders sind und eine andere Geschichte, einen anderen Hintergrund, eine ein bisschen andere Herkunft haben, nicht akzeptieren. Denn ohne Akzeptanz und Toleranz funktioniert es nicht. Ohne diese beiden Sachen kanne eine Gesellschaft nicht funktionieren. Und wenn die Leute dies nicht begreifen, wird Deutschland daran zu Grunde gehen. Deutschland und jedes andere Land auch.

Denn wie heißt es nicht so schön...



Die Würde des Menschen ist unantastbar.

In allen Lebenslagen.

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