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Mittwoch, 7. Juli 2010

Wie soll ein Mensch das ertragen?

Fragt sich nicht nur Philipp Poisel.


Wie soll ein Mensch es ertragen, sich nicht geliebt zu fühlen? Unbrauchbar. Untalentiert. Hässlich. Dumm. Nichtsnutzig. Blöd. Einsam. Nicht wert, auf der Welt zu sein - zu leben. 
Wie soll ein Mensch es alleine aushalten?
Niemandem vertrauen zu können. Angst zu haben. Schüchtern zu sein. Sich aus Scham und Selbsthass vor der Welt zu verschließen. Keine richtigen Freunde zu haben. So dringend richtige Freunde zu brauchen. 
Wie soll ein Mensch es ertragen, nicht weinen zu können. Sich selbst zu hassen, es nur blutig ausdrücken kann. Sonst zu explodieren. Wie soll ein Mensch sich selbst lieben können, wenn es sonst auch niemand tut. Wie soll ein Mensch sich selbst vertrauen, wenn es sonst auch niemand tut.
Wie soll ein Mensch mit all seinen Problemen klarkommen, wenn sie niemand ernst nimmt? Wenn er darüber sprechen will, doch niemand hört zu? 

Wie soll ein Mensch ein eigenständiger Mensch werden, wenn er immer gesagt bekommt, was er tun soll. Und wenn er es dann tut ist es plötzlich falsch. 
Ein Mensch will Liebe. Er will geliebt werden. Er will jemandem wichtig sein. Das ist aber nicht. Er ist allen egal. Fühlt sich so. Es ist allen egal, was mit diesem Menschen passiert. Ob er sich wehtut, wie es ihm geht - ob er stirbt. Es ist den anderen um ihn herum schlichtweg egal. Niemanden ist es wichtig, was aus diesem Menschen wird. Was aus seinen Träumen, seinen Wünschen wird. Es ist ihnen egal.

Das tut dem Menschen weh - doch es ist egal. Natürlich ist es egal, schließlich ist der Mensch ja wertlos. Er fühlt sich alleine, verlassen und will das doch eigentlich gar nicht. Er will nicht mehr so sein, aber er kann es alleine nicht ändern. Doch niemand will ihm helfen. Weil niemand sieht, wie schlecht es ihm geht. Weil der Mensch ja egal ist. 

Der Mensch will einfach nur leben. Sein eigenes Leben leben. Doch immer heißt es nur "du machst das" und "du machst dies". Es gibt nichts als Verbote. 
Er bekommt gesagt, dass es schön wäre, wenn er denn endlich tot sei. 
Das tut dem Menschen weh, doch er will nicht zeigen, dass es ihm wehtut. Er schreit, er streitet. Und er kann nicht weinen. Er hat Schmerzen, die so unendlich wehtun, dass er nicht mehr weinen kann. Doch es ist allen egal.

Niemand versteht, was dem Mensch wichtig ist. Warum es ihm wichtig ist. 
Niemand versteht, dass der Mensch Anerkennung braucht. Anerkennung und Lob, weil er unsicher und unscheinbar ist. Weil er selbst nicht weiß, was er kann, weil er nie gesagt bekommt "Das hast du gut gemacht". 

Niemand macht dem Menschen Komplimente, niemand hört dem Menschen. Hört wirklich zu. 
Niemand merkt, wie schlecht es dem Menschen geht. Dass der Mensch nicht mehr Mensch sein will. Dass sich der Mensch hasst. Einfach nur hasst. Dass der Mensch sich selbst hasst. Sich selbst. Und alle anderen. Weil er ihnen egal ist. Weil er weiß, dass er ihnen egal ist. Er hasst sich. Er hasst sich dafür, sich selbst zu hassen. Er hasst sich dafür, sich selbst zu hassen und sich deswegen zu verletzen. Er hasst es, sich zu verletzen. Er hasst es, dass es anderen egal ist, was er tut. Er hasst, dass er anderen egal ist. Er hasst, dass er schlecht ist, egal was er tut. Er hasst, dass andere immer besser sind. Er hasst es, zu hassen und doch ist das einzige, was er noch tun kann, zu hassen. 

Er hasst es er selbst zu sein. Er hasst es zu atmen. Er hasst es zu leben.
Er hasst es, das niemandem sagen zu können, weil er allen egal ist. Er hasst es, das nicht ändern zu können. Er hasst es, einen beschissenen Blogpost darüber zu schreiben, weil ihm sonst keiner zuhört. Weil es sonst keiner liest. Weil er allen egal ist. Er hasst es, immer gut gelaunt sein zu müssen, er hasst es nicht traurig sein zu dürfen, er hasst es. Er hasst vor allem sich selbst. 

Er hasst es so sehr, dass er am liebsten sterben würde.

1 Kommentar:

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